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Freitag, 02. Oktober 2009
Elektronische Gesundheitskarte in NRW eingeführt.
Moderne IKT-Anwendungen für eine effiziente medizinische Versorgung

Gestern war es soweit: Im Krankenkassen-Bezirk Nordrhein wurde die elektronische Gesundheitskarte (eGK) offiziell gestartet. Versicherte in Duisburg, Essen, Mülheim, Oberhausen, Düsseldorf und Köln erhielten als erste die eGK, die medizinische Versorgung der Bevölkerung effizienter machen soll. In den kommenden Wochen sollen rund acht Millionen gesetzlich Versicherte im Bezirk die neue Karte erhalten. Nach und nach folgen weitere Regionen. Bis Ende 2010 soll die neue Gesundheitskarte bundesweit eingeführt sein.

Die eGK enthält neben dem Bild des Versicherten zunächst im Wesentlichen die Daten, die auch auf der alten Krankenversichertenkarte gespeichert sind. Mittels moderner Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologie soll es aber möglich sein, die Karte um neue Dienste wie die Arzneimitteldokumentation oder den Notfalldatensatz zu erweitern.

Der Branchenverband Bitkom begrüßte die Einführung des Systems: So bringe die neue Gesundheitskarte vor allem für die Versicherten Vorteile, da sie als Basis für einen sicheren Umgang mit sensiblen Patienteninformationen diene. So würden derzeit im deutschen Gesundheitssystem an vielen unterschiedlichen Stellen sensible Informationen wie Laborergebnisse oder Arztbriefe ohne nennenswerte Sicherheitsvorkehrungen gespeichert und per Fax oder eMail übermittelt.

Anders als die alte Krankenkassenkarte verfügt die neue Gesundheitskarte über einen Mikroprozessor, mit dem Daten verschlüsselt gespeichert werden können. Zugleich ermöglicht die neue Karte Online-Funktionen wie das Einrichten von elektronischen Patientenakten, in denen alle relevanten Informationen über bisherige Behandlungen und Diagnosen gesichert werden. Ärzte können besser diagnostizieren, Behandlungsschritte werden für Patienten und andere Mediziner nachvollziehbar.

Der Weg zur Einführung der Gesundheitskarte war indes lang: Für die Einführung und künftige Weiterentwicklung der eGK wurde im Januar 2005 die Betriebsorganisation gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) gegründet. Im Jahr 2007 startet die eGK in der Region Bochum-Essen mit rund 10.000 Patienten, 25 Praxen, 15 Apotheken und zwei Krankenhäusern als Feldtest (media|NRW berichtete mehrfach). Mit der Auswahl als eGK-Pilotregion konnte Nordrhein-Westfalen seine Spitzenposition bei der Einführung von Telematik-Anwendungen im Gesundheitswesen ausbauen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales fördert den Aufbau der so genannten Telematik-Infrastruktur über die Landesinitiative eGesundheit.nrw. 

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