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Donnerstag, 22. März 2007
RFID ersetzt WLAN.
Mobile Funklösung will den Museumsbesuch zum multimedialen Erlebnis machen

Den Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie sind keine Grenzen gesetzt: So können Besucher künftig über ein PDA-basiertes Informationssystem mit integrierten RFID-Reader das geologisch-paläontologische Museum in Münster multimedial erkunden. Das European Research Center for Information Systems der Universität Münster (ERCIS) entwickelt derzeit zusammen mit der Elatec GmbH ein System, das sich dynamisch auf die individuellen Interessen der Besucher abstimmen lassen und dem Museum wertvolle Daten für die Konzeption von Ausstellungen liefern soll.
Das System ermögliche es den Besuchern, eine zuvor gewählte Führung zu durchlaufen oder selbst völlig frei das Museum zu erkunden, erklärten die Entwickler. Die Exponate würden dazu mit passiven RFID-Funk-Etiketten versehen, die tragbaren Minicomputer mit RFID-Lesegeräten von Elatec ausgestattet: Die RFID-Antenne ist dazu direkt in den eingesteckten Compact Flash Card Reader integriert und erkennt die Funketiketten auf der Frequenz von 125 kHz. Die Besucher bräuchten lediglich mit dem PDA das zugehörige Etikett eines Exponats zu berühren, damit die multimediale Präsentation starte.

Die Minicomputer werden so ausgestattet, dass sie die Präsentation der Inhalte an die individuellen Interessen der Besucher, etwa bezüglich Alter, Interesse und Kenntnisstand, zielgruppenspezifisch anpassen. Die Darstellung der multimedialen Informationen komplettieren so die ausgestellten Exponate zu einem völlig neuartigen Besuchserlebnis im Museum. "Die RFID-Technologie ermöglicht eine nahtlose Verknüpfung zwischen der physischen Welt und der virtuellen Welt der Informationssysteme", so Professor Vossen vom ERCIS. Besonders bei mobilen Anwendungen würden sich hier große Potenziale ergeben.

Aus Sicht des Museums liefere das System auf Basis der RFID-vernetzten PDAs zwei Vorteile: Da für das Informationssystem speziell entwickelte, mobile Datenbank-Technologien direkt auf den verwendeten Minicomputern zum Einsatz kommen, sei keine kostspielige Infrastruktur zum Abruf der bereitgestellten Daten, wie beispielsweise ein flächendeckendes WLAN, erforderlich. Zudem lassen sich die durch den Einsatz der RFID-Technik indirekt gesammelten Daten der PDAs anschließend in anonymisierter Form, etwa bezüglich Betrachtungsdauer oder Häufigkeit der Exponate, auswerten. Die so gewonnnen Erkenntnisse können dann genutzt werden, um Informationen zu einzelnen Exponaten und die Ausstellung im Ganzen auf das Interesse der Besucher zu optimieren.

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