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Dienstag, 30. September 2008
Kontakte sicher knüpfen.
Studie: Kaum Schutz der Privatsphäre bei sozialen Netzwerken

Ob bei "StudiVZ" die neuesten Partyfotos oder bei "XING" ein detaillierter Lebenslauf - immer mehr Menschen pflegen ihre Kontakte im Internet und legen dort Profile an, die weit in die Privatsphäre eindringen. Eine Untersuchung vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) zufolge, verlangen die so genannten "Social-Networking-Plattformen" von ihren Nutzern viele Daten, bieten aber nur wenige Möglichkeiten, diese persönlichen Informationen vor ungewollten Zugriffen zu schützen.

Getestet wurden die Plattformen "facebook", "studiVZ", "myspace", "wer-kennt-wen", "lokalisten" sowie die geschäftlich orientierten Portale "XING" und "LinkedIn". Unter den Plattformen für den privaten Gebrauch erzielte "facebook" das beste Ergebnis, wenngleich selbst diese Plattform erhebliche Schwächen offenbarte. Die meisten Negativbewertungen erhielten die "lokalisten". Von den zwei getesten Geschäftsplattformen bietet "LinkedIn" bessere Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre als "XING": Zum einen erlaubt diese eingeschränkt die Nutzung eines Pseudonyms, zum anderen lässt sich der Account leichter kündigen und die persönlichen Daten besser entfernen.

Neben der Wirksamkeit der Zugriffskontrolle und deren Steuerungsmöglichkeit wurden auch die Standardkonfiguration der jeweiligen Plattform sowie deren Verschlüsselungsmöglichkeiten bewertet. "Keine Plattform konnte in allen Bereichen überzeugen, andererseits konnten wir für fast jeden Bereich einen Vertreter finden, der ausreichenden Schutz bietet", so Studienautor Andreas Poller vom Fraunhofer SIT. Das Ideal wäre erreicht, wenn die Schutzmöglichkeiten der getesteten Angebote kombiniert würden.

Die Tester des Fraunhofer Instituts meldeten sich als Normalnutzer an, um die Einstellungsmöglichkeiten zu testen. Anschließend schlüpften sie in die Rolle des Angreifers und prüften die Wirksamkeit der Konfiguration, indem sie versuchten, an persönliche Daten aus selbsterstellten Profilen zu gelangen. Mit Hilfe spezieller Suchmaschinen kamen sie zum Beispiel in den Besitz geschützter Bilder, obwohl diese gar nicht für die Öffentlichkeit freigegeben waren. Auch die politische Orientierung oder der Familienstatus ließ sich trotz Sperrung der Daten ermitteln, und selbst nach Aufgabe der Mitgliedschaft blieben bei einer Plattform die persönlichen Gästebuch- und Foreneinträge bestehen.

Ziel der Studie ist es, ein erstes Rahmenwerk für die Beurteilung des Privatsphärenschutzes von Plattformen zur Pflege sozialer Netzwerke aufzustellen. Dieses Privatsphäre-Modell lässt sich auch durch juristische Prüfungen, Whiteboxtests oder andere Elemente erweitern und kann so als Grundlage für weiterführende Evaluierungen dienen. Die Studie steht im Internet zum kostenlosen Download bereit.

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